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Fahrverhaltensbeobachtung

Die Fahrverhaltensbeobachtung ist eine Testfahrt im Fahrschulauto in Begleitung eines Fahrlehrers mit dem Gutachter am Rücksitz.

Die letzte Chance für MPU Bewerber, welche beim Computer-Leistungstest nicht bestanden haben, ist eine sogenannte Fahrverhaltensbeobachtung. Bei dieser Fahrt zur Fahrverhaltensbeobachtung ist ein Gutachter mit an Bord. Eine erfahrene Fahrlehrerin oder Fahrlehrer mit Fahrschulauto ist ebenfalls dabei. Wichtig ist, dass ein Fahrlehrer Ruhe verbreitet, oft waren die Bewerberber ja jahrelang ohne Führerschein.

Bei der Fahrverhaltensbeobachtung hat derjenige, der bei den Leistungstests nicht so gut abgeschnitten hat, die Möglichkeit zu zeigen, wie er in der realen Verkehrssituation zu recht kommt. Der Psychologen - Gutachter achtet differenziert auf das Fahrverhalten. Getestet wird z.B.: ob an Kreuzungen angemessen reagiert wird, ob sich in der langen Zeit der Fahrpraxis ein fehlerhaftes Verhalten im Verkehrsberuhigten Bereich, an Stoppstellen oder in anderen Verkehrssituationen eingeschlichem haben. Ob die Anforderungen rechtzeitig erfasst werden und auch richtig und angemessen reagiert wird und ob auch im richtigen Moment die nötigen Manöver eingeleitet werden, usw. Erfahrene Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer erklären und üben das individuell.

Es ist und bleibt eine Chance für die Teilnehmer, die beim Reaktionstest am Computer durchgefallen waren, weil der Ablauf am Testgerät z.B.: zu langsam war. Bei der Fahrverhaltensbeobachtung ist es aber trotzdem möglich, die Reaktionsmängel im Realverkehr wett zu machen. Oft bestehen ja Automatismen durch bereits jahrzehntelange Fahrerfahrung.

MPU Bewerber, die eine Fahrverhaltensbeobachtung machen müssen, sollten beachten, dass vorher auf alle Fälle geübt wird. Immerhin muss der Kandidat bei dieser Fahrverhaltensbeobachtung sich in einer etwa einstündigen Fahrt in circa 50 Situationen beweisen. Der MPU Gutachter testet die Reaktionen und notiert sie. Bei der Fahrstrecke machen Überlandfahrten etwa die Hälfte der Prüfungszeit aus. Es gilt dabei nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam unterwegs zu sein. Partnerschaftlich zu fahren, wenn nötig aber auch überholen und zügig fahren.

Ältere MPU Teilnehmern sind manchmal nicht auf dem aktuellsten Stand der StVO. Stoppstellen und andere Verkehrszeichen können nicht genau zugeordnet werden, dadurch entstehen unnötige Fehlverhalten.

Die Bewertung reicht von "Unsicherheit" über "Fehler" bis zu "Gefährdung". Anders als bei Fahranfängern zählt hier immer der Gesamteindruck nicht die Einzelreaktion. Ergebnisse werden danach ausgewertet. Ist der Test bestanden, muss man dann noch zirka ein bis zwei Wochen auf die Zusendung des fertigen Gutachtens warten.